Othmar Schmiderer

wurde 1954 in Lofer/Land Salzburg geboren. Er lebt seit 1973 in Wien.

Über viele verschiedene Lebensstationen (Elektrolehre, Sportstudium, Lehrer, Kulturmanager, Gastronom) kam er 1980 zum Theater: als Produktions- und Regieassistent bei der „Theaterkooperative zur Schaubude“, u. a. bei „Der Zusammenstoß“ von Kurt Schwitters, einer Wiener Festwochenproduktion im Museum des 20. Jahrhunderts. Weiters folgte eine Zusammenarbeit mit den Performancekünstlern Alfons Egger und Beatrix Sunkovsky.

Ab 1983 arbeitet Othmar Schmiderer schließlich beim Film: als Assistent in unterschiedlichen Funktionen bei zahlreichen Dokumentar- und Spielfilmen, u. a. gemeinsam mit Michael Pilz, Valie Export u. v. a.; als Kameramann und Tonmeister bei verschiedenen Produktionen; zudem entwickelte er eigene Projekte.

Seit 1987 arbeitet er als unabhängiger Filmemacher in Wien/Grafenwörth.

Website: othmarschmiderer.at

Director's statement

2007 Back to Africa.
2008 Voodoo Spirits, ein Film über magische Rituale im Benin.
2009–2911 Tracht? Stoff der Heimat?

Was bringt mich zurück auf die eigene Geschichte, was veranlasst mich, als Filmer nun vor der eigenen Tür zu kehren? Die Auseinandersetzung mit „dem Fremden“, mit außereuropäischen Kulturen hat mich zurückgeführt zum „Fremden in mir“, zur Tracht.
Ich bin im Land Salzburg, in Lofer aufgewachsen – Lederhose, Dirndl sind unter anderem Fix-Bestandteile meiner Kindheitserinnerungen. Die gesellschaftlichen Verhältnisse, die mich geprägt haben, sind mit Tracht verbunden. Diese Erinnerungen sind neben positiven Erfahrungen auch von Unbehagen und Ambivalenz begleitet.
Woher kommt dieser unangenehme Beigeschmack? Die Instrumentalisierung der Tracht durch den Nationalsozialismus ist dabei ein ausschlaggebender Faktor. Die Fragwürdigkeit nationaler/regionaler Identität ein weiterer.
Aber lässt sich Tracht darauf reduzieren?